02.08.17

Mit jedem Jahr - Simon van Booy



Ein kleines Mädchen, das seine Eltern zu früh verloren hat. Ein Mann, gebrandmarkt vom Leben und zurückgezogen. Als Jason seine Nichte Harvey bei sich aufnimmt, wissen beide nicht, wie ihr Alltag zu zweit aussehen wird. Doch die Freude, die mit dem Mädchen einkehrt, lässt Jason ahnen, dass er seinem Leben vielleicht doch eine Wendung geben kann – gemeinsam mit Harvey. (Text & Cover: © Insel; Foto: © N. Eppner)


"Mit jedem Jahr" ist ein kleiner, feiner Roman, der ganz unaufgeregt und ehrlich die Geschichte zweier Menschen erzählt, die verdeutlicht, dass es ganz egal ist, wer oder was du bist, solange du dein Herz öffnest, um einen Menschen dort hinein zu lassen. Die Menschen, die wir lieben, sind das, was im Leben wirklich zählt.

Jason ist Ex-Knacki, hatte einen Alkoholiker-Vater, lebt von eBay Verkäufen, die er in seiner Garage sammelt, hat Alkohol getrunken und Drogen konsumiert und ist tätowiert. Eines Tages steht diese penetrante Sozialarbeiterin vor seiner Tür, um ihm dieses kleine Mädchen vorzustellen, dass seine Nichte sein soll und angeblich bei den Großeltern aufwachsen soll, weil Jasons Bruder und dessen Frau bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. 

Doch dann äußert Harvey den Wunsch bei Jason leben zu wollen, was eigentlich gar nicht sein kann, nicht sein darf, denn was hat er ihr schon zu bieten?

Wie sehr sind mir Harvey und Jason ans Herz gewachsen. Zwei sympathische Menschen, die Autor Simon van Booy aus dem Leben gegriffen hat. 

Jason, der keinerlei Selbstbewusstsein, ja manchmal nicht einmal mehr Selbstachtung, aber ein großes Herz hat. Und Harvey, die sich einfach nur ein liebevolles Zuhause wünscht. Das Zusammenleben der beiden ist nicht leicht. Überall gibt es Ecken und Kanten, an denen die beiden sich stoßen können. Konventionen und Vorurteile, die es zu überwinden gilt. Aber wann ist das Leben schon einfach?

Simon van Booys Schreibstil ist klar, sanft und ehrlich. Er zeigt, dass es wichtig ist das eigene schwarz-weiß denken zu verlassen. Dass nicht immer alles perfekt sein muss, um zu funktionieren und dass es wichtig ist, die eigenen Grenzen zu überschreiten. Es lohnt sich.


Buchinfo:

Insel (März 2017)
310 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
22,00 €
ÜBERSETZUNG: Claudia Feldmann
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Rezension: © 2017, Nanni Eppner

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